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Im Sommer bleibt die Heizung aus

Solaranlage

Die Zeiten, als Idealisten und Freaks mit schwarzen Gartenschläuchen versuchten die Wärmeenergie der Sonne zu fangen, sind lange vorbei. Was heute auf dem Markt an Solartechnik angeboten wird, ist ausgereift um nicht zu sagen ausgefeilt. Hinsichtlich ihrer ökologischen Amortisationszeit haben Solarkollektoranlagen mit die beste Ökobilanz aller regenerativen Energiequellen, besser z.B. als Photovoltaikanlagen.

Zur Brauchwassererwärmung im Haushalt werden zwei
Kollektortypen angeboten.

Flachkollektoren bestehen aus einem kastenförmigen Gehäuse, das mit speziellem Glas abgedeckt ist. Darin befindet sich der eigentliche Absorber, eine Platte aus Kupfer oder Aluminium die an die Rohre anpresst oder angelötet ist. Der Absorber ist mit einer "selektiven" Schicht versehen. Sie wirkt vereinfacht dargestellt zur Sonnenseite wie schwarze Farbe und zur Kollektorseite wie ein Spiegel. Auf der Rückseite sind die Kollektoren meistens mit FCKW-freiem Hartschaum und/oder Steinwolle isoliert. Die Röhren werden von einer Flüssigkeit durchströmt, welche die Wärme des Absorbers aufnimmt und zum Warmwasserspeicher transportiert. Dort wird sie über einen Wärmetauscher an das eigentliche Brauchwasser abgegeben.

Nach einem anderen Prinzip funktionieren sog. Vakuumröhrenkollektoren. Bei ihnen befinden sich die Absorberstreifen in Glasröhren, aus denen zur Isolation die Luft herausgepumpt wurde. Dieser Kollektortyp verfügt noch über andere technische Finessen zum Transport der Wärme innerhalb des Kollektors. Stärken der Vakuumröhrenkollektoren sind ihr hoher Wirkungsgrad bei diffuser Sonneneinstrahlung, die Möglichkeit, durch Drehen der Röhren, eine nicht ganz optimale Ausrichtung des Daches auszugleichen und der geringere Flächenbedarf. Die ausgefeilte Technik hat jedoch ihren Preis.

Vakuumröhrenkollektoren sind unter normalen Betriebsverhältnissen weniger wirtschaftlich als preisgünstige Flachkollektoren. Die preisgünstigen Flachkollektoren dagegen haben Schwächen bei diffuser Sonneneinstrahlung und nicht optimaler Ausrichtung.

Entscheidend ist, dass das ganze System, zu dem noch ein spezieller Speicher, sowie eine Regeleinheit gehört, aufeinander und auf den Bedarf des Haushalts abgestimmt ist. Wichtig sind dabei auch Faktoren wie die Ausrichtung des Daches und der Anstellwinkel. Angestrebt wird ein Deckungsanteil von 50-55% des Warmwasseranteils im Jahr. Realistisch erreichbar sind durchaus auch 65%. Höhere Deckungsanteile oder der Einsatz von Solarkollektoren zur Gebäudeheizung gelten im allgemeinen als unwirtschaftlich.

Mit einem solchen Deckungsgrad gelingt es, im Sommer das Brauchwasser praktisch ausschließlich über die Solaranlage zu erwärmen, während im Winter in Kauf genommen wird, dass das Warmwasser überwiegend über die Heizungsanlage erwärmt wird. Die Heizung kann dadurch in den Sommermonaten ausgeschaltet werden statt mit einem schlechten Wirkungsgrad Warmwasser zu produzieren. In Verbindung mit Pelletanlagen, oder Heizungsanlagen mit Stückholzfeuerung müsste eine Solaranlage aus diesem Grund fester Bestandteil des Heizungssystemes sein. Wichtig ist dabei auch, dass Speichergröße und Kollektorfläche in einem angemessenen Verhältnis stehen.

Entscheidend für den Wirkungsgrad sind auch spezielle Rahmenbedingungen. Das im Sommer reichliche Warmwasserangebot sollte dort verarbeitet werden wo Warmwasser gebraucht wird. Wenn es mit vertretbarem Aufwand realisierbar ist, sollten daher Spülmaschine und Waschmaschine am Warmwassernetz angeschlossen werden. Dort verdrängt die Wärme der Sonne den recht teuren Strom als Energiequelle. Günstig sind dabei kurze Wege zum Warmwasserspeicher und Leitungen die eher zu dünn als zu dick dimemsioniert sind. Unbedacht ausgelegte Zirkulationssysteme können die stabile Schichtung im Solarboiler durcheinander bringen und verbrauchen unnötig Energie. Hier helfen Systeme, die mittels Taster die Zirkulation bei Bedarf zuschalten, oder spezielle Schalter mit Strömungswächter. Bei Solarkollektoranlagen ist es auch sinnvoll die Warmwasserbereitung der Heizung auf den Nachmittag/Abend zu beschränken. Es lohnt sich diese Punkte, mit seinem Architekten und mit seinem Handwerker im Detail und mit Nachdruck besprechen. Nachträgliche Korrekturen sind bei bereits verlegten Leitungen kaum noch möglich.

Zusammen mit entsprechenden Förderprogrammen, sind sinnvoll dimensionierte Anlagen in der Lage sich zu amortisieren. Gewinne wird man allerdings keine einfahren. Bevor man jedoch die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage zum alleinigen Entscheidungskriterium macht, sollte man einen selbstkritischen Blick in die Garage werfen!


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